04-09-2026, 17:48 17
Hallo zusammen,
nach jahrelangem Kampf gegen Performanceprobleme bin ich vor kurzem auf eine Lösung gestoßen, die möglicherweise dem ein oder anderen bekannt ist, aber die m.E. nirgendwo so richtig klar kommuniziert wird. Deswegen möchte ich das hier mal vorstellen, bzw. zur Diskussion darüber anregen.
Bei Performanceproblemen beim Schnitt gibt es zahlreiche Tipps wie z.B. Timeline-Auflösung reduzieren, Playback-Auflösung reduzieren, optimized media, Proxydateien, Smart Rendern und ein paar andere mehr. Der für mich größte Vorteil lag (und liegt) in Proxydateien. Ich habe bisher immer halbe Auflösung (was im Vollbild teilweise nicht so ansehnlich war) und DNxHR_SQ genommen. DNxHR, weil, wie man immer hört, das für Windows ist und ProRes für Apple. Das habe ich als Fakt wahrgenommen und als Windows-User nicht weiter hinterfragt.
Mit DNxHR_SQ konnte ich leben, aber so Sachen wie Noisereduction und insbesondere Speedwarp haben meinen PC trotz DNxHR_SQ in halber Auflösung soweit zum Erliegen gebracht, dass diese Funktionen praktisch nicht anwendbar waren, bzw. nur als letzte Aktion vorm Ausrendern aktiviert werden konnten.
Da ich nicht nur mit einer Vollformatkamera filme, sondern z.B. auch mit einer 360 Grad Kamera (Insta360 X4) wurde ich vor kurzem darauf hingewiesen, die im Insta360-Studio reframten Clips nicht als H.264 oder H.265 zu exportieren, da sie bei weiterer Verarbeitung, also beim Schnitt in Davinci, erneut dekodiert und wieder kodiert werden müssen und dabei erheblich an Qualität verlieren. Das bessere Ausgabeformat aus Insta360 Studio wäre stattdessen ProRes. Kurz stutzig geworden, da ich ja als Windows-User, wie ich dachte, mit ProRes nichts anfangen kann, habe ich es trotzdem mal probiert.
Für die Kenner natürlich keine Überraschung (für mich schon): es funktionierte in Davinci Resolve (Studio) tadellos. Die Qualität der reframten Insta360 X4 Clips war nach dem Ausrendern (dann in H.265) sichtbar besser, als bei meinem früheren Workflow (zwei mal Wandlung H.265).
Dann kam mir die Idee, auch meine Clips der Vollformatkamera für den Schnitt in Davinci in ProRes Proxydateien umzuwandeln. Das bringt in diesem Fall natürlich nichts für die Qualität, denn die Clips sind im H.265 Format und werden auch so wieder ausgerendert. Aber beim Schnitt mit den ProRes Proxydateien habe ich mein blaues Wunder erlebt: alles lief rund zwei bis viermal schneller. Noisereduction läuft fast in Echtzeit (6k 30 FPS). Speedwarp (AI better) läuft bis zu 4 mal so schnell wie bei DNxHR-Proxies. Und die hatten sogar nur die halbe Auflösung. Tests mit halber ProRes Auflösung habe ich noch gar nicht gemacht.
Überrascht und glücklich, dass meine Performance-Probleme nun weitestgehend gelöst sind, frage ich mich nun, warum ProRes gegenüber DNxHR soviel schneller in Davinci läuft und warum ich im Meer der Performance-Tipps (z.B. auf Youtube) noch nie davon gehört habe, dass es auch problemlos für Windows-User einsetzbar ist.
Vielleicht liegt es daran, dass ich alles was mit ProRes zu tun hatte, weggeklickt habe, weil sich im Hirn festgesetzt hatte, dass das nichts für Windows ist.
Ich hoffe, dass dieser Beitrag dem ein oder anderen Windows-User hilft, der in die gleiche Falle getreten ist, wie ich. Apple-Usern sind die Vorteile von ProRes sicher bekannt. Für mich ist es brandneu, obwohl ich ProRes natürlich seit Jahren vom Hörensagen kenne.
nach jahrelangem Kampf gegen Performanceprobleme bin ich vor kurzem auf eine Lösung gestoßen, die möglicherweise dem ein oder anderen bekannt ist, aber die m.E. nirgendwo so richtig klar kommuniziert wird. Deswegen möchte ich das hier mal vorstellen, bzw. zur Diskussion darüber anregen.
Bei Performanceproblemen beim Schnitt gibt es zahlreiche Tipps wie z.B. Timeline-Auflösung reduzieren, Playback-Auflösung reduzieren, optimized media, Proxydateien, Smart Rendern und ein paar andere mehr. Der für mich größte Vorteil lag (und liegt) in Proxydateien. Ich habe bisher immer halbe Auflösung (was im Vollbild teilweise nicht so ansehnlich war) und DNxHR_SQ genommen. DNxHR, weil, wie man immer hört, das für Windows ist und ProRes für Apple. Das habe ich als Fakt wahrgenommen und als Windows-User nicht weiter hinterfragt.
Mit DNxHR_SQ konnte ich leben, aber so Sachen wie Noisereduction und insbesondere Speedwarp haben meinen PC trotz DNxHR_SQ in halber Auflösung soweit zum Erliegen gebracht, dass diese Funktionen praktisch nicht anwendbar waren, bzw. nur als letzte Aktion vorm Ausrendern aktiviert werden konnten.
Da ich nicht nur mit einer Vollformatkamera filme, sondern z.B. auch mit einer 360 Grad Kamera (Insta360 X4) wurde ich vor kurzem darauf hingewiesen, die im Insta360-Studio reframten Clips nicht als H.264 oder H.265 zu exportieren, da sie bei weiterer Verarbeitung, also beim Schnitt in Davinci, erneut dekodiert und wieder kodiert werden müssen und dabei erheblich an Qualität verlieren. Das bessere Ausgabeformat aus Insta360 Studio wäre stattdessen ProRes. Kurz stutzig geworden, da ich ja als Windows-User, wie ich dachte, mit ProRes nichts anfangen kann, habe ich es trotzdem mal probiert.
Für die Kenner natürlich keine Überraschung (für mich schon): es funktionierte in Davinci Resolve (Studio) tadellos. Die Qualität der reframten Insta360 X4 Clips war nach dem Ausrendern (dann in H.265) sichtbar besser, als bei meinem früheren Workflow (zwei mal Wandlung H.265).
Dann kam mir die Idee, auch meine Clips der Vollformatkamera für den Schnitt in Davinci in ProRes Proxydateien umzuwandeln. Das bringt in diesem Fall natürlich nichts für die Qualität, denn die Clips sind im H.265 Format und werden auch so wieder ausgerendert. Aber beim Schnitt mit den ProRes Proxydateien habe ich mein blaues Wunder erlebt: alles lief rund zwei bis viermal schneller. Noisereduction läuft fast in Echtzeit (6k 30 FPS). Speedwarp (AI better) läuft bis zu 4 mal so schnell wie bei DNxHR-Proxies. Und die hatten sogar nur die halbe Auflösung. Tests mit halber ProRes Auflösung habe ich noch gar nicht gemacht.
Überrascht und glücklich, dass meine Performance-Probleme nun weitestgehend gelöst sind, frage ich mich nun, warum ProRes gegenüber DNxHR soviel schneller in Davinci läuft und warum ich im Meer der Performance-Tipps (z.B. auf Youtube) noch nie davon gehört habe, dass es auch problemlos für Windows-User einsetzbar ist.
Vielleicht liegt es daran, dass ich alles was mit ProRes zu tun hatte, weggeklickt habe, weil sich im Hirn festgesetzt hatte, dass das nichts für Windows ist.
Ich hoffe, dass dieser Beitrag dem ein oder anderen Windows-User hilft, der in die gleiche Falle getreten ist, wie ich. Apple-Usern sind die Vorteile von ProRes sicher bekannt. Für mich ist es brandneu, obwohl ich ProRes natürlich seit Jahren vom Hörensagen kenne.
Gruß
Peter
HW: i7 9700K, 32 GB RAM, GeForce RTX 5070 TI, 2TB M.2
SW: Windows 11 Home, Davinci Resolve Studio 21.1.1
Kameras: Lumix S5 II mit 20-60mm, 70-300mm u. 50mm, GoPro Hero 10, DJI Mini 3 Pro, Insta360 X4
Peter
HW: i7 9700K, 32 GB RAM, GeForce RTX 5070 TI, 2TB M.2
SW: Windows 11 Home, Davinci Resolve Studio 21.1.1
Kameras: Lumix S5 II mit 20-60mm, 70-300mm u. 50mm, GoPro Hero 10, DJI Mini 3 Pro, Insta360 X4


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